| MUSIK |
| JENS FRIEBE IN HYPNOSE. WIE EIN STINKENDER FINGER. |
| guido, September 22, 2005 - Abgelegt unter: Musik |
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Generell bin ich immer misstrauisch, wenn Freunde, Bekannte oder Kollegen von Künstlern redaktionelle Beiträge, gar Rezensionen zu deren Platten unters Konsumentenvolk streuen. Wenn solche Texte dann schwelgerisch, fast wie zaghafte Liebesbriefchen geraten, und der auf diese Weise hochgeschriebene Tonträger in den Jahrescharts der daran hängenden Redaktion von marktdominierenden Magazinen auf Top geht, während er im Leserpoll auf den oberen Rängen nicht auszumachen ist � tja, dann höre ick sie trapsen, die Nachtigall. Geimpft mit solcherart Vorbehalten gegen Jens Friebe blieb seine letztjährige Veröffentlichung zuerst einmal in weiter Verbannung von meiner Anlage. Bis mir irgendwann die in den letzten Zügen hechelnde Fast Forward�”-Show noch einen Ohrwurm verpasste, das wunderbare Gespenster�” nämlich. Da hat er mich dann doch noch bekommen.
Tja, und so muss ich heute zugeben, dass (unabhängig von der ganzen Kumpelschieberei) Jens Friebe eine ganz besondere Musik macht. Man mag sich stören, an dieser 90er-Jahre-Rosenstolz-Ästhetik oder seiner sehr eigenen Stimme. Schlager könnte man seine Musik schimpfen. Aber das alles trifft es nicht. Die neue Scheibe Hypnose�” haut wieder genau da rein. Nerven- und Gewissenquälende Songs wie Theke mit den Toten�”. Texte wie: Ich möchte dir dienen und ich möchte dir Schnaps geben. Nenn mich Lawinenhund�”, die ob ihrer Liebhaftigkeit vermutlich gestanden homophobe Kerle erschüttern können. Stomper wie Es hat keinen Namen�”, zu denen in der Disco niemand tanzen will, weil gerade kein Friebe-Fan zum Austicken im Saal ist und es allen anderen zu Strange wird. Ein Werk, das in meinen persönlichen Jahrescharts ganz weit oben stehen wird. Auch wenn sich alles in mir dagegen sträubt und spreizt. Zum Schluss, als frontenklärende und abrundende Bemerkung: Dieses war kein Rezensionsgefallen. CD ist mit eigener Hände Lohn bezahlt. Es war mir ein Bedürfnis. Weitere Infos zu Jens Friebe bei Wikipedia |
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