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BRAVO-CHEFREDAKTEUR LäSST INTERVIEWPASSAGEN STREICHEN
ZUVIEL KRITIK WAR NICHT GUT
guido, August 30, 2006 - Abgelegt unter: Der ganze Rest

Die BRAVO wird in diesen Tagen 50 Jahre alt, und aus diesem Anlass haben die Kollegen von Planet Interview den jetzigen BRAVO-Chefredakteur Tom Junkersdorf interviewt.
Bei der Autorisierung des Interviews hat dieser dann aber “ca. 70 Prozent seiner Aussagen” zurückgezogen (Quelle). Das meiste davon waren Antworten auf kritische Fragen zur BRAVO und “zu seiner Arbeit bei der Bild-Zeitung und zum Fall Sibel Kekilli”.
Trotzdem kann man sich über den Interviewverlauf einen guten Eindruck machen, denn “Planet Interview” hat die Fragen, deren Antworten im Nachhinein gestrichen wurden, einfach mit veröffentlicht.
Hier könnt Ihr das Interview lesen.

Dass bei Interviewautorisierungen oft wüst berichtigt und gebogen wird, ist nichts neues. Wer möchte schon ein unbedacht hingeworfenes Wort in der Zeitung gedruckt sehen. Das muss nichts schlimmes sein. Journalisten bieten das ihren Interviewpartnern an, oft wird nur etwas konkretisiert oder ausgebessert, um Gesprochenes besser auf den Punkt zu bringen. Manchmal ist eine nachträgliche Autorisierung jedoch erst Bedingung, damit das Interview überhaupt stattfinden kann. Je bekannter und mächtiger die Leute, um so mehr Bedingungen können sie stellen, klar.

Jedoch schreibt Planet Interview: “Da es bei den bisher ca. 350 für Planet Interview geführten Interviews noch nie zu Streichungen in diesem Ausmaß gekommen ist und wir in diesem Fall unsere redaktionelle Arbeit in einem Übermaß beschnitten sehen, haben wir uns entschieden, alle Fragen, die im Interview gestellt wurden, auch zu veröffentlichen. Der interessierte Leser kann sich so zumindest ansatzweise ein Bild vom ursprünglichen Gesprächsverlauf machen.”

(via Dogfood)

UPDATE: Johnny hat sich bei Spreeblick Gedanken gemacht, was Herr Junkersdorf wohl gesagt haben könnte und die Antworten gegeben.

 

3 Kommentare »

  1. unglaublich… guter schachzug von planet interview

    Kommentar von piwi, August 31, 2006

  2. Die Frage ist: ist es rechtens?

    Schließlich sind das ja alles Fragen, die nicht etwa vorbereitet waren, sondern aus dem Gespräch enstanden sind und teilweise die vorhergehende Antwort enthalten oder zumindest ein ziemlich genaues Bild davon ermöglichen. Es würde mich kaum wundern, wenn Junkersdorf klagt und auch nicht, wenn er Recht bekommt. Allerdings würde mich dann da mal die Gegendarstellung interessieren.

    In Zukunft werden die Anwälte prominenter Interviewpartner ihre Vorabinterviewverträge wohl etwas genauer unter die Lupe nehmen müssen.

    Kommentar von freddi, September 1, 2006

  3. vorabinterviewverträge? meinste die gibts schon bei so kleinen leuchten? ich denke sowas haben nur robbie, madonna, angie und co. ich hab in meinem ganzen leben noch keinem einzigen künstler das interview vorlegen müssen, auch wenn ich immer danach frage, gut das mag auch an deren bekanntheit liegen, aber ich kann das unverständnis der redaktion verstehen, wenn in so einer drastischen form gestrichen wird. viele gestrichene einige fragen waren echt so harmlos.
    journalistische ansprüche, moral, usw hin oder her. ich find die reaktion gut und richtig, das ist ja letztendlich auch der grund warum guido überhaupt was dazu geschrieben hat.

    Kommentar von nico, September 1, 2006

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