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MEHR RECHTE FüR YOUTUBE
DAS KLEINGEDRUCKTE, IMMER WIEDER DAS KLEINGEDRUCKTE
nico, Juli 25, 2006 - Abgelegt unter: Pop

So richtig ist mir dieses Bloggen noch nicht ins Blut übergegangen. Nicht anders jedenfalls kann ich es erklären, dass das halbe Internet Kopf steht und hier noch nicht darüber berichtet wurde. Stefan hat mich neulich in den Kommentaren daran erinnert. Deshalb also Medium-untypisch mit fast einer Woche Verspätung ein kurzer Hinweis auf den Youtube-Skandal.

Anders als der Titel vermutet mein ich nicht den Skandal um Neonazipropaganda auf dem Videohoster, sondern die geänderten ‘Terms of use’, die jeder User akzeptieren muss, bevor er seine Videos hoch lädt und die den rechtlichen Rahmen, ähnlich einer Hausordnung, auf den Seiten von Youtube festlegen.

Wenn sich Youtube auch bereits früher vorbehalten hat, das Material seiner Nutzer auf andere Weise zu publizieren, so ist dieser Passus nun konkretisiert worden. Genauer steht dort im Abschnitt 5B übersetzt (von Golem):

“[...] durch die Übermittlung von Inhalten an YouTube räumen Sie YouTube eine weltweite, nicht-exklusive, unentgeltliche, unterlizensierbare, übertragbare Lizenz ein, die es YouTube erlaubt, das Material zu nutzen, zu reproduzieren, zu vertreiben, anzubieten und Auszüge zu erstellen in Verbindung mit der youtube-Website und den Firmen von YouTube und deren Nachfolgern [...] in allen Medienformaten und über alle Verbreitungswege.”

Was nichts weiter bedeutet, als das man YouTube mit dem Hochladen eines Clips sowohl die Rechte am Bild, als auch an der Musik überträgt. Nichtexklusiv meint, dass man immerhin selber weiterhin das Material nutzen darf.

Am Beispiel könnte das bedeuten, dass YouTube aus dem Musikvideo einer unbekannten deutschen Nachwuchsgruppe die Musik nimmt, und sie weiter verkauft. An die böse Industrie zum Beispiel für einen Werbeclip. Oder sie verkaufen gleich den ganzen Clip an Coka Cola, die mit ihrer neuen Kampagne was Roughes Suchen, das näher an den Konsumenten ist. Selbstgedrehte Clips etwa, in die sie im Nachhinein Jessica Simpson montieren. So ganz ohne Stars geht’s schließlich doch nicht.
Oder viel einfacher, YouTube verkauft einfach DVDs mit den witzigsten Homevideos.

Die meisten Kiddies, die einfach Clips aus dem Fernsehen oder im Rechtebesitz Anderer hoch laden mag die neue Nutzungsbedingung bei YouTube egal sein. Anders aber die, die mit ihrer MiniDV-Kamera eigene kleine einfallsreiche Filme drehen, denen nimmt man das exklusive Recht an ihren Aufnahmen. Klar dass YouTube irgendwann Geld verdienen musste, aber auf diesem Wege kommt das schon sehr überraschend.

Einwenden könnte man, dass die Qualität der YouTube-Clips nun wirklich nicht zum auf DVD brennen oder überhaupt kommerziell weiterverwerten einlädt, allerdings werden sie von der Seite ja noch klein gerechnet und meist neucodiert. Die Clips, die sie bekommen sind meist technisch besser, als das, was man später per Klick betrachten kann. Und auf nem Handy oder Minivideoplayer zum Beispiel macht die Qualität keinen Unterschied.
Weitere und tiefer gehende Informationen auf Wired und Boingboing, die auch beinahe zeitgleich zuerst darüber berichteten, Auf Wired verneint ein Sprecher der Firma jegliche Missbrauchsphantasien. Wir werden sehen.

 

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