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IMMERGUT 2006
RüCKBLICK
nico, Mai 29, 2006 - Abgelegt unter: Musik

hauptbühne

Drei Tage 3000 junge Menschen. Ihnen gegenüber zwei Dutzend Bands, oben drüber dicke Wolken und innen drin brodelnder Freiheits- und Unterhaltungsdrang und eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber dem Unvermeidlichen. Die erste sichtbare Bilanz kann man meinem Körper ablesen. Vier Mückenstiche, je zwei an Stirn und linker Hand, und ein leichter Schnupfen, dicke Augen, ein paar Kratzer, aber keine Pickel und relativ saubere Klamotten. Es folgt ein ausführlicherer Abriss plus Fotos, so war das Immergut 2006.

Die Anfahrt.
Die B96 ist die gefühlt längste Bundesstraße der Welt. Man fährt und fährt und kommt doch nie an. Lakonisch nehm ich die ironischen Schilder der Wurststände am Wegrand wahr, die an die legendäre Ost-West-Trasse Route 66 erinnern. Wir sind viel zu aufgeregt um schlafen zu können. Flo steuert den Bandbus (”Meiko – Du bist in der Band!”) souverän. An einer Tanke hab ich Lust auf Wasser mit Kaffeegeschmack aber sowas gibt es natürlich nicht. Auch das Coffeeinwasser ist ja reinste Verarsche. Stattdessen nehm ich wie immer in solchen Momenten von allem etwas. Eine Coke in limitierter Dose mit Arne Friedrich, eine Vanillemilch, eine Flasche Vittel und einen Orangensaft aus dem Karton. Die nächste halbe Stunde bin ich mit Trinken beschäftigt. Danach Interviewfragen für Pale, Tomte, Midlake und Gregor Samsa ausdenken.
Das erste Mal aus meiner Krummsitz-Nachdenk-Position schreckt mich ein Polizei-Corsa, der uns im Affenzahn überholt und sich vier Wagen weiter vorn auf der Straße quer stellt. Aus dem nächsten Ort kommt ein weiterer Streifenwagen mit Blaulicht heran, während zwei Polizisten mit gezogenen Pistolen aus dem Corsa springen und ein wenig ungelenk vier Volljährige zum Verlassen ihres getunten Golfs auffordern. Wir überholen ungläubig, weil die ganze Szene gar nicht hierher passt.

polizei osterei
Nicht im Bild: Ordnungshüter und Kleinstadtgangster.
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Zwei Umleitungen später wird die Straße immer kleiner, die Bäume immer größer und dichter, ihre Schatten dunkler. Seit Kilometern keine Menschenseele mehr gesehen. Ein Berliner kommt uns entgegen. Wir stoppen und fragen ob da hinten noch irgendetwas kommt: “Könnta vergessen, nüscht, da kommt nüscht. Am Besten ihr dreht um.” Machen wir und kommen wie durch Zauberhand kaum verspätet kurz nach vier auf dem Gelände an. Fiete gibt die Ausweise aus und wir fühlen uns in unserem Bus so bandmäßig, dass es mir fast peinlich ist.
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hauptbühne
Die Hauptbühne vor Midlake. (Alle Bilder: Bibo)

Die Konzerte am Freitag
Der Geheimtipp des Tages spielt zum undankbarsten Zeitpunkt: Als Erstes. Midlake beeindrucken nicht nur auf dem nächste Woche erscheinenden Album “The Trials of Van Occupanter” (DOWNLOADTIPP: “Roscoe“) sondern auch auf dem Immergut live die einigen hundert Seelen, die sich bereits um fünf draußen eingefunden haben. “Roscoe”, “Headhome” und “Young Bride” auf “Van Occupanter” sind in Stein gehauene Folkpopklassiker, eigenständig und nur schwer mit Referenzen zu verbinden, auch wenn sie immer wieder an Grandaddy, den Flaming Lipps oder noch älteren Größen des Genres gemessen werden. Ein Auftakt nach Maß und es blinzelt das erste Mal die Sonne durch die dicken Wolkendecke. Ich mach ein paar Fotos von der Band, die sich im Interview später als äußerst bodenständig zurückhaltend schüchtern und außerordentlich freundlich heraus stellen. Backstage fühlen sich die Jungs und Mädels von der PNG, die das ganze präsentieren, schon sehr wohl und laufen breitbeinig durch die Mückenschwärme. Witziger Weise wimmelt es hier nur so von den Rüsselviechern, während vor der Bühne eigentlich moderat gestochen wird. Ich muss es wissen, ich werd immer zuerst attackiert.

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Tim von Midlake.
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Radio 4 indessen auf der Hauptbühne scheppern und drücken mit fettem Bass die Regenwürmer aus der Erde. Das letzte Album kann man immer zum Tanzen auflegen, es passt fast überall hervorragend rein. Mit dem neuen “Enemies like this” hab ich so meine Probleme und kann diesen einen Vergleich vor allem nicht mehr aus meinem Kopf bekommen. Die sind bei mir für eine Weile unten durch. Ins Zelt zur Reunion von den Flowerpornoes kann ich mich erst einmal nicht durchringen. Vielleicht schreckt mich auch noch das Pressebild ab, auf dem Tom Liwa mit langem aber dünnem Bart vor einem Einfamilienhaus die Band antreten lässt. Ich entscheide mich für den Rest Sonne und dafür, die Flowerpornoes später einmal in einem Klub besuchen zu wollen. Zum Abendbrot gibt’s Gemüsepfanne. Die für ihre 3,50 ein wenig klein daher kommt. Das Tsatsiki dazu ist gratis. Da wird dann umso mehr von geladen. Die Idee kommt so einigen und so werden kunstvolle Gebilde gebaut, die keine drei Schritt später auf den Boden flatschen.

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Fleisch ist sein Gemüse.
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Die ersten Heranwachsenden sind hackendicht. Genau rechtzeitig zu Art Brut. Der Begeisterung der Masse und Tanzbereitschaft nach zu urteilen DIE Band des ganzen Festivals. Niemand auf dem Gelände, der beim Auftritt nicht dabei ist. Wir, ich und die “Band”, können den ganzen Trubel nicht ganz verstehen. Solider, altbewährter Wohlstandspunk mit uninspirierenden Texten und einer arroganten Attitüde, die Rockmusik nicht, wohl aber dem eigenen Ego, gerecht wird. Es lässt uns also kalt.
Die Leute gehen bei Pale noch mehr ab und der Applaus danach will kaum enden, da stehen wir wieder bei Blumfeld, die man gerne sieht. Ich geh in Gedanken auch noch mal die Luhmannsche Systemtheorie durch, stoße mich an einigen Textzeilen des neuen Zurück zu Natur Albums, bin aber vor allem von Distelmeyers Stil beeindruckt. Der stilvollste Auftritt. Da können die Indiegören noch eine Menge lernen. The Appleseed Cast verpassen wir dann leider. Warum weiß ich jetzt nicht mehr. Soll aber ganz doll gewesen sein.
Rechtzeitig zu den Yeah Yeah Yeahs sind wir wieder mit von der Partie. Auch um eine aufregende Show zu sehen. Karen O. war der Derwisch, ein illuminierter Schamane, oder wie Micha, der sich damit auskennen muss, da er vom Broken kommt, meinte: “Die ging ganz schö’ ab die alte Hexe.” Nicht unbedeutend auch die einmalige Lichtshow und der sauberste Sound des Festivals. Mit den letzten Takten steckte uns auch ganz schön der Nieselregen in den Knochen, weshalb wir noch vor Gregor Samsa ins Ferienhaus fahren.

Vorspiel Samstag

Flo bekommt um zehn einen Anruf, ob er nicht zum Fußballturnier kommen kann. Der Anrufer erntet Gelächter im Chor. Wir fahren beim Aldi uns mit Nahrung zu versorgen. Bei Edeka nebenan gibt es Kinderüberraschung zum Löffeln. Ist aber ne miese Erfindung, man weiß nicht wie man den Löffel halten soll und das Zeug ist auch viel zu hart. Zurück im Miethaus essen und kucken wir bis fast 18 Uhr fern. Das sollte als Energievorrat für kommende Konzerte reichen.
Auf dem Weg zum Festivalgeländeeingang liefern die Jugendlichen Zeugnis über ihren Fernsehkonsum. Mitten auf dem Weg umringt ein Mob zwei Jungen, die vornübergebeugt japsen, in der Hand eine Büchse Importbier, unter ihnen eine undefinierbare Masse halbverdauter Nahrungsmittel. Der Pöbel brüllt “Kotzt! Kotzt! Kotzt!”. Ich versuche mir die Stelle zu merken um Nachts da nicht aus versehen durch zu laufen.

Die Konzerte am Samstag
Monoland, Mew, Fotos und Luke haben wir also übersprungen und stehen nun vor Amy Millan. Ein wenig ungläubig. Denn zuerst brauchen sie mehr als 40 Minuten um zu beginnen, eine Verspätung die nie mehr aufgeholt wird, und dann ist vom Auftritt nicht viel zu bemerken. Die Pausen zwischen den Liedern ebenso lang wie die Stücke, Gitarrengestimme, rumgehust und eine piepsende Amy Millan. Man ist nie sicher, ob das jetzt schon ein Lied ist oder noch die Probe dazu. Sehr genervt nehmen wir, auch weil es erneut regnet, Jason Collet nur halb wahr. Guido hätte seine Freude gehabt, wo er sich doch in der Zeit so gut auskennt. Als Zitate gehen Collets Lieder wohl kaum noch durch mit all diesen 60s Rock und Folk-Kopien. Wir machen uns einen Spaß daraus die Originale drüber zu singen.

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Schließlich haben wir die besten Plätze als Okkervil River beginnen. Im Vergleich zum Album “Black Sheep Boy” natürlich ein paar Kohlen drauf gepackt. Eine Trompete dazu und ein Schifferklavier, hindern die Jungs nicht daran das Zelt zum Kochen zu bringen. Höhepunkt ist die Single “For Real” mit Vorstück “Black Sheep Boy” ganz wie auf dem Album. Die Leute im Zelt sind da kaum noch zu beruhigen und ich bin ehrlich überrascht, dass dieser Geheimtipp scheinbar schon lange keiner mehr ist. Es gibt noch zwei Zugaben und die Zuneigungsbekundungen des Publikum reißen auch nicht ab, als Mieze von Mia schon auf der Hauptbühne steht. Mit der ersten Ansage von Mia kommen wir aus dem Zelt und erleben wie sich auf ihr schrilles “Hallo Freunde”, die Hälfte des Publikums genervt wegdreht und sich in die Schlangen vor Gratiskondom und Torwand einreiht, während der Rest euphorisch nach vorn stürmt. Die Gaga-Ansagen von Mieze amüsieren immerhin. Und wir erfahren wie “geil” das Leben ist und wie “geil” es ist zu leben und dann verrät uns Mieze auch noch ein Geheimnis mehrere Male, – nämlich dass sie ein neues Album fertig haben.
Als Ulla diese neue Single mit dem Tanz der Moleküle anfängt gut zu finden, schauen wir sie angewidert an. War natürlich gespielt. Man kann Mia ab und an gut finden, aber wie sagt Heinz Strunk auf seiner neuen Scheibe so schön: “Deine Suppe schmeckt nicht!” – “Warum schmeckt die nicht?” – “Weil sie mit Hass gekocht ist.” (verkürzt). Eigentlich ist es viel schöner Mia zu hassen. Sie machen’s einem aber auch zu leicht. Tillman Rossmys Regierung verpassen wir zur Abendbrotzeit und Tomte bringen dann noch mal das ganze Gelände zum Springen. Zu Thees ist alles gesagt. Ich als Tomte-Nichtmöger musste einsehen: Das ist auf Dauer nicht durchzuhalten, viel zu lieb und trocken, viele harte Wahrheiten und immer gut zum Rocken. Ich erinner mich an die paar Dorfspacken, die ich vorher mit ihren Turbojugendjacken stolz durch die Masse schreiten sah, als Thees uns alle aufruft der viel härteren Connor-Oberst-Jugend beizutreten. Härter als diese Dorfjungs? In die Fanvereinigung eines anderen Dorfjungen? Geht da die Ironie nicht zwischen den Realitäten verloren? Sie muss. Der Vorgang dann an sich auch schon wieder ironisch. Turbojugend Jadebusen. Der Nord-Ostseerat war auf euch nicht vorbereitet.

dicke angezogen
Sechs Lagen, mindestens.
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Zu vorletzt Feist im Zelt, das so voll ist, dass man sie nicht sehen kann, und ohne sehen macht’s keinen Spaß, zumal sie so leise durch ihr Repertoire singt, dass draußen nicht viel ankommt. Feist danach aber auch bei der sehnsüchtig erwarteten Broken Social Scene. In großer Versammlung. Teilweise ein Dutzend Musiker tummeln sich auf der Bühne. Amy Millan ist zwischenzeitlich leider auch dabei und sorgt unter anderem dafür, dass jegliche Spannung verloren geht. Durch die Verspätung beginnen die Kanadier erst nach halb zwei. Da lag man in vorangegangenen Jahren schon vor Fietes Plattenteller auf der Disko. Dies Jahr wird alles von den Besuchern verlangt. Der Sound der Broken Social Scene leider sehr breiig. Die Zwischenansagen über die Deutschen und ihre Verantwortung als Land nerven auch. Die fahren da oben ihren eigenen Film. Mal ist man ein Stück mit, dann werfen sie wieder alle raus, zum Beispiel als Amy Millan zusteigt. Ein versuchter und teilweise gelungener Höhepunkt des Festivals. Da hätten sich die Yeah Yeah Yeahs vielleicht besser gemacht. Um kurz nach drei, nach der x-ten Zugabe sind aber auch nur noch die wenigsten in der Lage zu protestieren.

Noch mehr Fotos bei Mujuk und in dieser und dieser Flickr-Group.

 

17 Kommentare »

  1. hallo,

    sehr schöner rückblick… trifft so passend auf das vergangene festival (besonders der kommentar zu mia ;-) )

    dennoch muss ich protestieren-ich fand den yeah yeah yeahs sound wohl eher schlecht-nur krach -aber wohl alles geschmackssache

    lg
    thomas

    Kommentar von thomas, Mai 29, 2006

  2. ja ja ja und beim nächsten mal gyros statt pellkartoffelsalat aus dem aldi-regal nehmen.

    Kommentar von Bibo, Mai 30, 2006

  3. in der tat geschmackssache. der klang war astrein. und die show der yyys war es auch. ich fühlte mich gut unterhalten. würdsie mir jetzt aber nicht unbedingt kaufen.

    Kommentar von roman, Mai 30, 2006

  4. das war in der tat ein schreck. das muss man sich mal vorstellen einfach die falsche packung gegriffen und statt der empfehlenswerten komplettmahlzeit gyros mit tsatsiki und krautsalat, den fettigen pellkartoffelsalat (ich hab keinen unterschied zum kartoffelsalat aus der gleiche produktreihe feststellen können) mit minifrikadellen in den wagen gepackt. da war der schreck später groß, der hunger allerdings auch. wann gibt es mal essbaren abgepackten kartoffelsalat? ist das denn so schwierig?

    Kommentar von nico, Mai 30, 2006

  5. Immergut #7 – Gedächtnisprotokoll 1…

    Nach mehrwöchiger Planung (Karten kaufen, Vorfreude, Menschen verteilen, Auto besorgen, Auto reparieren, Vorfreude) war es dann am letzten Wochnende soweit, wir fuhren zum Immergut nach Neustrelitz.
    Zwei Tage vorher wurde das Auto fertig, ich ha…

    Trackback von die reduktionsschleuse, Mai 30, 2006

  6. merci fürs linken. wer von euch hat uns beobachtet? mir scheint, wir kennen uns noch nicht gut genug. vielleicht mal gemeinschaftliches treffchen mit käffchen oder so? :)

    Kommentar von andreas, Mai 30, 2006

  7. nico, es gibt nen ganz ok.en kartoffelsalat bei lidl. allerdings so einer mit nur 8% fett und süßstoffen… äh…
    auf einem der bilder habt ihr unsere sämtlichen azubis eingefangen, mal so ganz nebenbei. vorzeige indiekids eben. :)

    Kommentar von madlen, Mai 31, 2006

  8. Die Hippietruppe, die da im Gras schläft?

    Kommentar von guido, Mai 31, 2006

  9. hab gerade versucht das zeug in unserem aldi zu finden, vergebens.
    und ich hab mir schon bald gedacht, dass die zu euch gehören. ist so eine indiefrisur auch einstellungsvoraussetzung?

    andreas, wir beobachten euch schon so lange… und kaffee haben wir auch schon mehrere gemeinsam getrunken.

    Kommentar von nico, Mai 31, 2006

  10. nico.
    ihr sucht euch die kaffeegesellschaft aber auch ganz genau aus, oder? ich kann erfahrungsgemäß behaupten: ihr habt unsere redaktion noch längst nicht durch …

    Kommentar von andreas, Mai 31, 2006

  11. @Andreas: Da hau ich Dir mal freundschaftlich auf die Schulter, wenn ich Dich demnächst mal wieder irgendwo sehe. ‘ne Cola is drin. Auf jeden.

    Kommentar von guido, Mai 31, 2006

  12. word. hört sich gut an.

    Kommentar von andreas, Mai 31, 2006

  13. andreas, ich glaub, der will dich vermöbeln. der guido is’n hüne!

    und nein, guido. unsere firma schläft nie. deshalb lümmeln die auch nicht im gras rum. denen hätte ich beine gemacht! irgendwo muss ich ja auch mal chef spielen. kriegt man ja auch ne blasenentzündung von, also vom kalten boden.

    Kommentar von madlen, Mai 31, 2006

  14. Jetzt will ich doch auch mal inhaltlich zum Bericht Bezug nehmen. Vor allem die abschätzig behandelte Amy Millan bedarf meines Erachtens ein wenig der Rehabilitierung. Dass die Technik nicht funktionierte, das ist ihr gewiss nicht anzulasten, auch dass sie den BSS-Auftritt verdorben haben soll, halte ich für total daneben. Trotzdem hätte sie auf iohren Auftrit verzichten sollen. Ihre Folksongs passten tatsächlich nicht ins Bild und anders als bei Feist, genügt es nicht, allein von ihrer Stimme weg zu sein.
    Amy hat dafür “Anthems” bei BSS ganz super vorgetragen und sonst nur noch ein bisschen Background gemacht. Dass Broken Social Scene bei Immergut zwischen Weltklasse und Kreisklasse schwankte und der Sänger in seinen belehrenden Ansagen total überdrehte, war wohl im Rauch- oder Bölkstoff begründet. Das darf man dann auch schlecht finden. Die haben morgens von elf bis zwei Fußball gespielt und waren nach weiteren elf Stunden wohl einfach hinüber, was schade war – aber musikalisch noch immer mit Abstand das Feinste war auf Immergut.
    Bogus

    Kommentar von bogus, Juni 1, 2006

  15. Immergut 2006 Teil 2…

    Hier sind ein paar Impressionen vom Immergut von mir. Zu sehen sind Menschen, die beiden Bühnen, Art Brut, ähm … Sicherheitskräfte, Yeah Yeah Yeahs Karen O, Appleseed Cast, unser Camp, Mew, Mia, Tomte, Feist, Broken Social Scene …

    Trackback von ' freenerd ', Juni 1, 2006

  16. Bigger boys and stolen sweethearts

    Wenn man nichts zu sagen hat: Einfach mal Fresse halten! Sehr primitiv, aber durchaus verständlich.
    Erstmal ein großes Kompliment für diesen gelungenen Bericht über das Festival! Kann bei einigen Sachen durchaus zustimmen und habe einiges ähnlich erlebt bzw. erfahren.
    Was mir aber gar nicht passt ist die Aussage über die Turbojugend Jadebusen. Es bleibt die Frage, wie man sich so über andere Menschen erheben kann und sich so in seiner Überheblichkeit profiliert?!
    Wenn man über bestimmte Sachen nicht bescheid weiß, dann sollte man auch nicht urteilen. Ganz einfach. Wie ist das mit Toleranz? Versuchen möglichst ohne Vorurteile durchs Leben zu gehen?
    Turbojugend ist nicht gleich Turbojugend. Turbojugend ist nicht gleichzusetzen mit minderpriviligierten Dorfspacken (was für ein Wort: Kompliment!).
    Ich trage diese Kutte (Jacke) mit einem gewissen Stolz und sehr viel Ironie. Aus Spaß an der Freude und weil diese Menschen ( ja Menschen, nicht Dorfspacken) meine Freunde sind!
    Die ganze Sache funktioniert nur mit Ironie bzw. Selbstironie und wenn das dabei ist, dann ist es eine gute/große Sache, ohne politischen, musikalischen oder Vereinshintergrund.
    Man sollte sich erst informieren, bevor man urteilt.
    Ich jedenfalls komme nä. Jahr wieder (sechs Stunden Fahrt). Werde meine Jacke tragen, die Musik, das Festival, die Stimmung und die Menschen genießen. Natürlich werde ich auch gerne Fragen beantworten, die mir Leute stellen werden, die sich informieren wollen. Sich interessieren und nicht vor Selbstverliebtheit verblendet durchs Leben gehen. Haben übrigens dieses Jahr auch sehr viele getan und wir haben uns gut unterhalten. Soviel zu Realität und Ironie…

    in africa football is still game
    Raoul Duke

    Kommentar von Raoul Duke, Juni 6, 2006

  17. toleranz für männliche weiße zwischen 18 und 49 ist eine ziemlich harte forderung. dann geht bald gar nichts mehr.
    noch viel weniger, und da hast du recht duke, wenn man jemanden aus nächster nähe kennt. sagte auch bella b., nachdem er mit dj bobo bekannt wurde, dessen großes herz erkannte und danach nie wieder was böses über seine musik sagen konnte. wollen wir das also? oder können wir es immer gewährleisten? sehen wir der wahrheit ins auge: es geht gar nicht.
    den terminus “dorfspacken” darf ich benutzen (wie mr. garrison in south park der einzige ist, der “tunte” sagen darf), weil ich selber einer bin. andere erniedrigende begriffe, die nicht auf mich zutreffen, würde ich natürlich vermeiden.
    und minderpriviligiert hab ich die jungs/ euch nicht bezeichnet, das stammt von dir. deine wut zielt einzig auf dorfspacken. im zusammenhang wird auch connor oberst als landei verunglimpft. fehlt noch dass der sich demnächst deswegen beschwert.
    vielleicht solltet ihr noch zwei jeansjacken drüber ziehen, denn da wo ick herkomme sagt man alljemein ihr haptn dünnet fell.

    Kommentar von nico, Juni 6, 2006

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