| JACKPOT BABY! PRäSENTIERT |
| DAS SDNMT INTERVIEW TEIL 1 |
| nico, Oktober 14, 2005 - Abgelegt unter: Musik |
|
Also, nach Tourankündigung und Gewinnspiel und Tagebuch jetzt auch noch das Interview, das ich mit den Jungs zur Vorbereitung der Präsentation im Sinnbus-Büro (Zitat Flo: “Wir nennen es Büro, komm her und mach dir selber ein Bild.”) im Friedrichshain geführt hab. Lediglich Jan hat gefehlt und so konnte ich die restlichen Drei bis auf die Unterhose ausfragen. Und weil ich so wenig wie möglich aus dem Interview herausgestrichen habe und wir in richtiger Redelaune waren, ist ein ganz schöner Batzen Fragen-Antworten zusammen gekommen und ich muss das Interview erstmal teilen. Das wird euch, als Leser, auch entgegen kommen. Müsst ihr nicht so viel auf einmal lesen und freut euch nebenbei auch aufs nächste Mal.
Wie seid Ihr zusammengekommen? Über junge neue Bands findet man ja doch nicht so viele Informationen, da müssen wir erstmal pure Fanzinegrundlagenarbeit leisten. Martin: Aus der Schülerbandzeit. Damals haben Jan und ich in einer Band zusammengespielt, die sich dann aufgelöst hat. Die Idee, zu zweit mit Computer Musik zu machen, war aus der Not heraus geboren, weil uns ja die anderen Bandkollegen abhanden gekommen sind. Wie das? Martin: Die haben sich dann in andere Bands verteilt. Irgendwann wurden wir dann doch ne richtige Band mit Schlagzeuger und Bassist. Und da wurde dann mit den anderen hin und hergetauscht, bis wir dann über eine Anzeige Matthias kennen gelernt haben. Matthias: Ich bin zu der Zeit gerade nach Berlin gezogen. Wann war das? Martin: 2000. Als sich das damals alles auflöste dachten wir, wir nennen es nicht so. Der Bassist war eben ausgeschieden, weil wir musikalisch in andere Richtungen wollten. Zur gleichen Zeit hatte Jan einen Bandworkshop für Schüler. Da war Flo mit drin und Jan hat ihn als äußerst talentiert empfunden und wenig später gefragt, ob er nicht bei uns mitspielen wollte. Wie habt ihr damals geklungen? Flo: Bis zur Aufnahme der ersten Platte Wasserluft 2003 waren wir noch sehr auf der Suche. Es war lediglich klar, dass es instrumental wird. Matthias: Bevor Flo dazu kam, waren wir schon weniger rockig. Wir hatten sogar eine Sängerin. Keinen Elektropop, aber schon aus dieser Richtung angehaucht, nur wesentlich rauer und lauter, auch vom Sound. Ihr sagt, ihr habt keine Sängerin oder keinen Sänger mehr. Gibt es da einen Grundsatz oder Entscheidung, dass ihr gesagt habt, wir wollen nicht und wenn es das gab, warum? Ihr merkt es ja, Ihr müsst euch wahrscheinlich ständig irgendwie erklären. Matthias: Es hat sich so ergeben nachdem die Sängerin keine Lust mehr hatte. Als Flo dann dazukam, waren wir zu viert. Die Formation war gut so. Es hat sich gut angefühlt. Es ist eigentlich nicht so, dass wir uns ganz und gar gegen Gesang entschieden haben. Bis jetzt sind wir sehr gut mit dieser Entscheidung gefahren. Flo: Theoretisch, wenn wir es jetzt wollen würden, könnte niemand aus Überzeugung singen. Es war eine bewusste Entscheidung instrumental zu sein. Und zwar nicht nur, weil niemand von uns singen kann. Es hat viel damit zu tun, was uns beeinflusst hat. Ich habe als ich zu SDNMT kam viel Instrumentalmusik gehört. Die Musik, die wir spielen, hat sich über die Jahre hinweg zu etwas entwickelt, das für mich nichts mehr mit Instrumentalmusik zu tun hat. Es ist ein total anderer Ansatzpunkt Musik zu spielen. Und dabei Samples benutzen? Auf der neuen Platte sind ja drei Titel mit verschiedener Art Vocals. Das letzte Stück Thuwe Pt.2�” hat einen Chor, das dritte Bergen�” dann doch klassischen Gesang und mittendrin ist noch eins mit russischen… Martin: japanischen. Japanisch? Hab ich nicht ganz aufgepasst. Martin: Das sind Geschichten, die übers Sampling gelaufen sind. Sie sind schöner als ein Instrument. Beim dem Chor ist es ähnlich. Es sind ja die Melodien, die man durchaus auch mit Keyboard oder der Gitarre oder so spielen kann. Der Song sollte eine besondere Stimmung haben. Jan ist Fan von Choralgesängen und als er dann mit der Idee kam, war klar, dass das genau das war, wonach wir gesucht hatten. Es gibt ja ein paar schöne aktuelle Beispiele mit tollem mehrstimmigem chorartigem Gesang, Polyphonic Spree zum Beispiel. Und warum dann auf Bergen�” doch klassischen Indierockgesang? Wer singt denn dort? Flo: Ein Freund von einer Band, die Polarkreis 18 heißt. Jan hat ihn auf einem Festival kennen gelernt. Es gefällt uns ziemlich gut, was die machen. Auch sein Gesangstil, der ziemlich eigenwillig ist, nicht neu, aber eigenwillig. Wie würdet ihr das live umsetzen wollen? Flo: Den Song gab es auch schon vorher ohne Gesang live, er ist schon ein bisschen älter. Und er funktioniert auch ohne Gesang. Live klappt das also auch ohne Gesang. Martin: Mir gehts grad so, immer wenn ich Bergen�” ohne Gesang höre, dann hör ich den ihn trotzdem. Ich glaube auch, das geht auch dem Publikum so. Das wäre dann das Ideal vom aufmerksam aktiven Zuhörer. Flo: Ja! Diese japanischen Samples? Was ist das? Martin: Es geht uns dabei vor allem um den Rhythmus. Wir sind auch unsicher, weil wir noch nicht wissen, was es genau heißt. Gemeinsames Lachen und ich muss an die unzähligen Geschichten denken, wo sich jemand ein Tattoo mit asiatischen Schriftzeichen, bevorzugt auf Schulter oder über dem Gesäß, hat stechen lassen und danach in der Öffentlichkeit immer von japanischen Touristen ausgelacht wurde. Martin erzählt noch irgendetwas vom Samuraikodex, aber das kann man zwischen dem ganzen Gelache nicht mehr verstehen. Wo kommen die Samples alle her? Ihr benutzt ja auch viele Störgeräusche, Knistern, Fehlleiten und so. Martin: Viele davon haben wir selber aufgenommen. Es steigert sich. Man nimmt es explizit als Sound nicht so wahr. Alte Radios, Plattenspieler das waren alles die Quellen. Also analoge Quellen, die Fehler sind also analogen Ursprungs. Martin: Die, die explizit als Soundsamples auffallen, ja. Und dann dieser Song, Bergen�”, ist es Zufall, dass er Radiolänge hat? Denk ihr an so was, der ist ja genau 3:32? Flo: Der Song war früher auch schon so lang. Wir wollten aus Experimentiergründen was mit Gesang machen und hatten Songs zur Auswahl, wo wir was machen wollten und das war der, der zufällig am Besten gepasst hat. Denkt Ihr an Radioplay? Flo: Auf jeden Fall, aber das hat mit diesem speziellen Fall nichts zu tun. Martin: Wenn man die Platte hört, wird schon klar, dass dies der potentiellste Song wäre, um im Radio zu laufen und Leute auf uns aufmerksam zu machen. Er ist aber deswegen nicht entstanden. Das wollt ich auch jetzt nicht unterstellen. Ich wollte nur fragen, ob ihr an so was denkt. Flo: Ich hoffe auch, dass Instrumentalsongs vielleicht mal im Radio gespielt werden. Weil es auch eine Weiterentwicklung im Radio wäre, wenn man auch mal sieht, dass alles nicht so total gepresst sein muss. Hat If you use this software often buy it�” einen roten Faden, den ihr für euch eingebaut habt, beim Produzieren oder Spielen? Es ist zwar kein Konzeptalbum, trotzdem scheint alles einer Gesamtdramaturgie zu folgen. Matthias: Wir hatten vor Beginn der Aufnahmen verschiedene Songs, die aus unserer Sicht besser für den Anfang und für das Ende waren. So entstanden zwei Teile. Dazwischen ist eine Pause. Wir dachten es müsste zwei Anfänge geben. Die Lieder an sich sind nicht dafür gemacht worden, dass sie auf einem Album zusammenpassen. Martin: Als 70 % der Songs geschrieben waren und live getestet wurden, war es für uns klar, was funktioniert. Wie wir einen Spannungsbogen in die Platte bekommen. wird fortgesetzt… |
|
Kommentare deaktiviert |








