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DAS WURMGESCHüTZ DER POPKULTUR
nico, Juli 2, 2007 - Abgelegt unter: Musik

Es ist eine Weile still geworden um diese kleine Artikelreihe. Nun liegt es in ihrer Natur, ähnlich einem Knäuel im Katzenabdomen, je länger seine Wiederkehr auf sich warten läßt, desto umfangreicher wird er – wie sich so eben Sachen ansammeln. Nicht alles ist noch hochaktuell, über einiges wird man wiederum erst in Wochen reden. Kurzum, heute im Boot: Ali Love, Client, Tokyo Police Club, Jens Lekman, Beach House, Yacht, Daft Punk, Sufjan Stevens, Patrick Wolf und The Icicles.

Bei den Chemical Brothers hat er auf deren erster Single “Do it again” zum aktuellen Album “We are the night” noch die Vocals beigesteuert. Jetzt steht Ali Loves eigenes Album vor der Veröffentlichung. Die erste Single “Secret Sunday Lover” gibt’s kostenlos im Internetz. Das selbstbetitelte Album folgt als Download-Release am 9. Juli und eine Woche später physisch auf CD und Vinyl. 21st Century Soulfunk.

DOWNLOAD SONG Ali Love – “Secret Sunday Lover”

Auch die brandneue Client Single “Drive” findet sich in den Weiten des Web zum gratis Download. Die englischen Synthiepop-Damen mit den großen Fans (z.B. Andy Fletcher von Depeche Mode, der sie mit ihrem Debüt gleich bei seinem Label unter Vertrag nahm) und dem Fussfetisch zeigen auf dem aktuellen Album “Heartland”, dass sie nicht zu Unrecht auch die Lieblinge der englischen Musikpresse sind. Auf “Heartland” greifen sie noch schamloser in die 80er-Referenzkiste, sind noch direkter produziert und dank neuem, dritten Mitglied mit Modellkariere gleichzeitig noch vermarktbarer.
“Lights go out” zitiert “It’s A Sin” von den Pet Shop Boys und an anderer Stelle wird sich auf The Cure und Depeche Mode bezogen. Bei ihren Referenzen kennen die drei “No Mercy, no pleasure, no sin”. Dominant frivoles Gebahren für Retrofans (Die mit Button würde ein Bekannter eines Bekannten sagen).

DOWNLOAD SONG Client – “Drive”
DOWNLOAD SONG Client – “Lights go out”

Tokyo Police Club ist eine der oben erwähnten kühleren Kartoffeln. Mehr als ein Jahr ist die Veröffentlichung von “A lesson in crime” bereits her. Im Fahrwasser der Arctic Monkey haben sie damals einige respektable Songs hingelegt. Ganz nett zum Beispiel das hier entdeckte “The nature of the experiment” und der “Cheer it on”-Remix. Zumal sie nach zwei bzw. drei Minuten durch sind. So gehört sich das.

DOWNLOAD SONG Tokyo Police Club – “The nature of the experiment”
DOWNLOAD SONG Tokyo Police Club – “Citizens of tomorrow”
DOWNLOAD SONG Tokyo Police Club – “Cheer It On (Trey Told Em Remix)”

Ich merk’ jetzt schon, dass das heute sehr Elektropoppig wird. Etwas reduziert geht es mit Beach House los. Wenn auch in der Besetzung ein wenig reduziert, stehen sicher eine Menge Sigur Ros und Mogwai-Platten im Schrank der beiden Amerikaner. Der letzte Longplayer ist schon eine kleine Weile her, aber die Möven pfeifen es schon von den Dünen, dass das nächste Album im frühen Herbst erscheinen soll.

DOWNLOAD SONG Beach House – “Apple Orchard”

Angenommen es gäbe eine Kandidatenliste für Sommerhits. Angenommen es gäbe einen Sommer. Neben Sonny Jim und Kate Nash müßten auch unbedingt Yacht auf ihr notiert sein. Kurzerhand hat der Yacht auch einen Song für den Sommer geschrieben und ihn freundlicherweise genau so benannt. Dabei könnten doch die meisten seiner Titel als Schablone für nonchalanten Downbeat-Synthiepop dienen. Herausragend in dieser Funktion: “See A Penny (pick it up)”.

DOWNLOAD SONG Yacht – “Summer Song (feat. Claire L. Evans)”
DOWNLOAD SONG Yacht – “See A Penny (pick it up)”

Daft Punk sind gerade mehr im Auftrag des Celluloids unterwegs. Die Spex zeigt ihren zweiten Kinofilm “Electroma” in zwei Tagen im Arsenal in Berlin. Tickets dafür kann man bis morgen noch gewinnen. Ich hab ihn schon gesehen und fand ihn stinkend langweilig (und das will was heißen, wo mir doch bei dem Zidane-Portrait vor Freude die Tränen gekommen sind). Also müssen andere ran und musikalisch was reißen. Niemand anderes als State-of-the-Art Justice versuchten sich an “Human After All”.

DOWNLOAD SONG Daft Punk – “Human After All (Justice remix)”

Es wird nie still um Sufjan Stevens. Gerade noch geisterten Gerüchte durchs WWW, sein drittes Album “Oregon, with the wind” des 50 Staaten 50 Alben-Hyperwerkes, würde schon vorbereitet, da entpuppt es sich auch gleich wieder als Hoax. Stattdessen hilft er mal hier, mal dort beim Songschreiben oder Oboespielen aus oder Wiederveröffentlicht ältere Alben. Wie kürzlich mit dem intimen 2004er “Seven Swans” geschehen. Als Appetizer für alle spätgekommenen Sufjan-Fans (so wie ich) ein Song daraus:

DOWNLOAD SONG Sufjan Stevens – “Sister”

Wir bleiben bei sensiblen Singer/ Songwritern. Patrick Wolf. Nicht immer so zurückhaltend wie sein US-Kollege. Gerne auch mal ein wenig drüber und nach Meinung des GQ-Magazines 2005 der 28st-am-besten-angezogene-Mann (Des Königreichs, nehm ich mal an – und find es überaus streitbar. Aber gut, es ist auch nur die GQ und dazu noch die englische Ausgabe. Die sind für Männermode in etwa so relevant wie die Intouch [DAS People-Magazin] für Analysen des Nahost-Konflikts.). Den Titeltrack des im Frühjahr erschienen Albums “The Magic Position” hätt ich da von ihm im Angebot:

DOWNLOAD SONG Patrick Wolf – “The Magic Position”

Jens Lekman ist, wenn man so will, die Schnittmenge von Sufjan Stevens und Patrick Wolf. In seinem Heimatland Schweden gilt er gleichermaßen als musikalisches Wunderkind wie als – ich hab echt Schwierigkeiten das zu schreiben – Sexsymbol, wie man so hört. Also gut. Und er wäre beinahe auf dem diesjährigen Immergut gewesen. Und wir waren alle über die Absage mehr als traurig. Auf seiner Seite wird man gebührend entschädigt, denn es gibt drei EPs zum Download. Darunter zum Beispiel:

DOWNLOAD SONG Jens Lekman – “The one dollar thought”
DOWNLOAD SONG Jens Lekman – Kill a party / Ressurect it”
DOWNLOAD SONG Jens Lekman – “How much you mean to me”

Seine Myspace-Seite kann sich auch sehen lassen.

Beinahe wären The Icicles aus dieser Listung gefallen. Auf die ersten Takte waren sie mir gerade schlicht zu gutgelaunt, zuviel Candypop, ganz und gar das Gegenteil von unterkühlten Eiszapfen also. Aber nach dem ersten “La Ti Da” hatten die Girls und der Typ aus Michigan mich aus meiner Lethargie gerissen und die Wipfel der Linde draußen konnten noch so arg gegen mein Fenster klopfen. Es herrscht seidem wieder bessere Stimmung am Arbeitsplatz. Freunde der schwedischen Leichtigkeit um die “Acid House Kings” müssen unbedingt zugreifen.

DOWNLOAD SONG The Icicles – “La Ti Da”

Oberstes Bild von tanakawho unter CC-Lizenz.

 

6 Kommentare »

  1. schönes paket. die neuen bildunterschriften erinnern mich an die alte spex, gott hab’ sie selig.

    Kommentar von vlkr, Juli 3, 2007

  2. fette listung! schoene bilder(unterschriften).

    Kommentar von hike, Juli 3, 2007

  3. …und natuerlich eine glaenzende subheadline. rudi augustinerstein dreht sich freudentraenenvergiessend im grabe.

    Kommentar von hike, Juli 3, 2007

  4. der untertitel ist an ein gespräch das wir während der republica hatten angelehnt.

    die unterschriften sind eigtentlich an unser layout angepasst, wobei nicht ausgeschlossen ist, dass das von der alten spex inspiriert ist.

    die neue ausgabe übrigens die erste seit bestimmt drei jahren, die ich mir nicht gekauft habe.

    Kommentar von nico, Juli 3, 2007

  5. stimmt, die kleinen querstreifen sind ja in eurem allgemeinen layout enthalten. auf den bildern wirkt es direkter und sieht nach lombardo aus.

    ich habe bisher die erste und die aktuelle ausgabe gelesen. die platten-reviews fehlen mir. ganz peinlicher artikel in der letzten ausgabe: ein dipl.-ing. und projekt-controller schreibt über musik, die auf dem bau gehört wird. furchtbar platter artikel, sowas hätte es, äh, früher nicht gegeben.

    Kommentar von vlkr, Juli 3, 2007

  6. Ich klopp zwar auch gern drauf rum, aber einige Teile im aktuellen Spex-Heft finde ich doch ganz gelungen. Rave-Special, der Bosnien-Herzegowina-Bericht oder auch das Rock-Liga-Interview.
    Aber nun zurück zum Thema.

    Kommentar von guido, Juli 3, 2007

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