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VIENNA CALLING!
KLEINER WIEN-REISEBERICHT UND EIN KLEINER AUSTRIA-INDIE-HIT VON TEXTA & ATTWENGER.
guido, Juni 20, 2007 - Abgelegt unter: Der ganze Rest, Musik

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Jackpot Baby! Worldwide, heute: Wien.
Doch zuerst was ganz anderes. Auf Fahrten durch Tschechien kommt mir jedesmal die böse Frage hoch: Was wäre, wenn die DDR vor siebzehn Jahren nicht breitbeinig der BRD beigetreten wäre, sondern sich mit verbliebener Kraft wieder hochzurappeln versucht hätte? Ständen dann heute junge Sächsinnen entlang der nach Bayern führenden Fernstrassen nach Freiern zappelnd herum, so wie es Tschechinnen an der E55 und in den an Österreich angrenzenden Waldstücken tun? Wir werden es nie erfahren, und das ist gut so.

Zurück nach Wien. Die Stadt ist schön. Prunk und Kultur an jeder Ecke, wenn ich das mal so salopp sagen darf. Die Fülle der erhaltenen Barock- und Kaiserzeitbauten im Zentrum ist überwältigend, der Schlosspark Schönbrunn eine Augenweide. Zum touristischen Pflichtprogramm sollte auf jeden Fall der Besuch einiger Museen, von denen Wien reichlich hat, gehören. Meine Empfehlung: schaut im Museumsquartier vorbei, einem riesigen Gebäudekomplex, in dem Ihr unter anderem das MUMOK mit seiner riesigen Sammlung moderner und zeitgenössischer Kunst findet. Innerhalb der Reihe “Sommer im MQ” legen an den Wochenenden wechselnde DJs bis zum Einbruch der Dunkelheit auf. Während die Musik aus den Lautsprechern der Cafés tönt, treffen sich hunderte Menschen im Innenhof des Komplexes und lassen es sich ganz entspannt gutgehen.

Den Hunger kann man Wochentagsüber am Naschmarkt stillen, in den Caféhäusern den Schmäh der Kellner runterschlucken (denn Kaffee ist nicht gleich Kaffee und der Ober kein Kellner) – alles Dinge, die Euch auch jeder bessere Reiseführer erzählen kann.
Wien macht für eine Grosstadt einen mächtig entspannten Eindruck. Die Autofahrer halten ohne zu murren für Fussgänger und in der U-Bahn wird selten gedrängelt. Dafür machen sich Musikradiomoderatoren schonmal über die Aussprache deutschsingender BRD-Musiker lustig: “Das müssen sie noch ein wenig üben” (Ig- statt Ich-Endungen) und für die Ausländer hat man einen ganz eigenen, nicht unbedingt nett gemeinten Begriff in Gebrauch: Tschuschen.

Popkulturell hat Österreich drei Sachen zu bieten, auf die wir hierzulande sehr neidisch sind oder es zumindest sein sollten. Nicht die vielen überall gratis herumliegenden Boulevardblätter, sondern:
FM4, Radiosender des ORF, der neben dem intelligenten mehrsprachigen Wort durch ein geschmackvolles Popmusikprogramm weitab des Mainstreams besticht;
Go TV, einen Musikfernsehsender, wie wir ihn seit VIVA ZWEI nicht mehr hatten (mehr steht bereits HIER geschrieben);
und “The GAP”, ein Printmagazin, das es kostenlos und in Zeitschriftenläden (”Trafik”) gibt und welches ein ähnliches Konzept wie Spex oder Intro fährt, beide Magazine aber inhaltlich und qualitativ himmelhochweit überragt. [Das nehme ich zurück. The Gap ist auf gutem Wege. Und mir allemal lieber.]

Ich hab’ Euch auch noch was mitgebracht aus Wien: DEN hausgemachten Indiehit Österreichs und derzeitige Nummer Eins der FM4-Redaktionscharts:
Die gestandenen Rapper von Texta singen in Zusammenarbeit mit dem modernen Volxmusikduo Attwenger den Titel: “(So schnö kaust gor net) schaun”. In ungefähr dasselbe, als würden die Massiven Töne und Georg Ringsgwandl gemeinsam musizieren, und ich ein paar Worte davon verstehen.

YOUTUBE VIDEO Texta feat. Attwenger – “(So schnö kaust gor net) schaun”.

Ups, verdammt… da fällt mir ein: Wir haben vergessen am Grab von Falco vorbeizuschauen!

YOUTUBE VIDEO Falco – “Wiener Blut”.

 

6 Kommentare »

  1. na, so ein topfen!

    Kommentar von piwi, Juni 21, 2007

  2. europa-wochen bei jackpot baby… gestern schweiz, heute österreich, und morgen?

    Kommentar von hannes, Juni 21, 2007

  3. quebec

    Kommentar von nico, Juni 21, 2007

  4. Wenn ich am Dienstag aus Prag zurueck komme schreib ich was, versprochen! :)

    Kommentar von piwi, Juni 22, 2007

  5. Mensch Piwi, das nächste mal bilden wir Fahrgemeinschaften!

    Kommentar von guido, Juni 22, 2007

  6. wirklich auch ganz toll ist die oesterreichische fm4-blumenau-version von babyshambles fuck forever, die leider von youtube verschwunden ist.

    Kommentar von hike, Juni 26, 2007

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