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EIN POP-UP FORUMSRüCKBLICK
EVERYBODY LOVES POPKULTUR
nico, Mai 14, 2007 - Abgelegt unter: Pop

Ist der Popdiskurs tot? Die deutschen Intellektuellen diskutieren ein neues Lieblingsthema. Wohin Popkulturdiskurs, das wollten auch die Macher der Leipziger Pop-up auf einem ihrer Foren am vergangenen Wochenende wissen. Ich war da, hatte vom Zuhören allein Schmerzen und erhielt den Beweis: Ihr Gejammer ist ein Geschwür das sich selber frisst.

“Palim-Palim — Plemm-Plemm” – so der debile Titel einer Vorstellung, die mit einer kleinen Inszenierung begann und im Nirgendwo der Befindlichkeiten endete. Der Inszenierungsteil ist schnell beschrieben: Alles wartete auf Max Dax, neuer Chefredakteur der neuen Spex. Eine Viertelstunde nach offiziellem Beginn brach Moderatorin Thyra etwas hilflos das Warten ab und begann gerade die Runde mit Gunnar Otte (Soziologe, Uni Leipzig), Alfred Hilsberg (ZickZack Records), Matthias Dabeler (Klotz+Dabeler) und Tom Weber (PNG Fanzine) vorzustellen, als der Spex Chefredakteur mit Eskorte seinen großen Auftritt hatte, durch die hinteren, stehenden Reihen gelotst wurde, in feinster Karl Lagerfeld-Attitüde durch die restlichen Reihen schritt, auf der Bühne Platz nahm und auch schon die erste Zigarette anhatte. Anstatt die Vorstellung der Diskussionsteilnehmer fortzuführen, durfte Dax sofort die ersten Fragen beantworten. Und schon waren wir mitten drin in der jämmerlichen Befindlichkeit. Es ging um Lieblingsplatten, Alfred Hilsberg durfte ungestraft

„Eine Band, die sich in Myspace aufstellt, hat aufgehört Popmusik zu sein“

sagen und Max Dax hoffte auf eine neue Form des Protestsongs. Dabei wirkte die ganze Runde nicht nur in der Argumentation, auch all ihrer Qualmerei wie eine dieser antiquierten Diskussionsrunden im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der 70er Jahre.Ein paar tatsächliche Ideen über die zukünftige Popkultur konnte man im Forum vor der hoch besetzten “Palim-Palim” Diskussionsrunde hören. Dort sprachen Markus Beckedahl (netzpolitik.org), Steffen Bennemann (One bit wonder, Netlabel), Raik Hölzl (Kitty-Yo Digital) und ein Jurist der VUT (Verband unabhängiger Tonträgerunternehmen), der kurzfristig einsprang, über Rechtsfragen und -räume, die für Musikschaffende, -vertreibene und -konsumenten relevant sind.

Während man Dax, Hillsberg und Co noch über Albenrezensionen und ihre Angst vor Myspace sprachen, waren sich bei letzterem Forum alle Gäste einig, dass es längst neue Formen des Releases gibt. Das Album ist tot, na und? Die beiden Diskussionen zeigen, die für die Popkulktur wirklich essentiellen Diskussionen werden längst woanders geführt und in ihrem Zentrum stehen statt Stil- und Geschmacksdebatten Visionen wie zum Beispiel die Content- oder Kulturflatrate.
Niemand, das behaupte ich mal, der da oben saß bei dieser “Palim-Palim”-Diskussionsrunde, wird in der Lage sein, dem Popkulturdiskurs neue Impulse zu geben, die neue Spex unter Max Dax am Wenigsten.

Pop-up Gejammer in miesem Bild und Ton:

YOUTUBE VIDEO Wimmer wimmer

Ein Rückblick auf unseren gesamten Samstag, insbesondere den Kitty-Go & Jackpot Baby! präsentierten Abend, kommt etwas später, ich warte mal noch bis Markus die Videos online hat, die er von SDNMT und Butterfly Bangs aufgenommen hat.

UPDATE 28.05.:  Ich hab es endlich geschafft in die Forumsmitschnitte reinzuhören und musste danach feststellen, dass ich falsch zitiert habe. Nicht Alfred Hilsberg, sondern Reverend Dabeler meinte, Myspacebands wären das Ende der Gegenkultur. Sein Wortlaut:

“Wenn ich meinen Song auf eine Myspace-Seite stelle, dann ist … das subkulturelle Moment … zerstört.” 

 

10 Kommentare »

  1. Mit den Videos dauert es noch. Gerade hat Sevenload nach zwei Stunden Upload leider nur mitgeteilt, dass der Upload vergebens war.

    Kommentar von Markus, Mai 14, 2007

  2. halb so schlimm, wir machen heute auch keinen handschlag mehr.

    Kommentar von nico, Mai 14, 2007

  3. Servus. Wollte mich eigentlich auch noch bei euch gemeldet haben, aber der Vodka und Herr Acid in Ilses Erika haben mich dann am Samstag nur kurz in die Halle und dann mit Herrn Wiesengrund vier Bier beim Spexlästern trinken lassen. Und dann musste ich ja auch schon zurück nach Dresden, auch wenn eigentlich die naTo ja schon gelockt hätte. Beim nächsten Mal!

    Kommentar von einbecker, Mai 14, 2007

  4. den herrn wiesengrund hab ich doch am selben nachmittag bei ner unterhaltung mit einem spex redakteur kennen gelernt! in der nato!

    Kommentar von nico, Mai 14, 2007

  5. Au Backe!

    Kommentar von guido, Mai 14, 2007

  6. da war ich ja dann schon wieder in dresden. (nicht, dass hier noch aufkäme, ich wäre spexredakteur ;-) ).

    Kommentar von einbecker, Mai 15, 2007

  7. dresdner sind prinzipiell ersteinmal von jedem verdacht der spex-autorenschaft befreit.

    Kommentar von nico, Mai 15, 2007

  8. puh. danke.

    Kommentar von einbecker, Mai 15, 2007

  9. nur der form halber: der mann heißt christian dabeler oder einfach reverend dabeler. das “matthias” kommt wohl vom abschreiben in anderen bloggggs, oder wat? haha. ansonsten: keine meinung ist besser als gar keine meinung.

    Kommentar von desbam, Mai 16, 2007

  10. nem journalisten wär’ das nicht passiert.

    Kommentar von nico, Mai 16, 2007

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