line_top
Logo JackpotBaby

WWW.JACKPOTBABY.DE

NEUE DIGITALE POPKULTUR
banner oben
line_top

300 – DER VERRISS
SPARTIATEN
nico, Februar 16, 2007 - Abgelegt unter: Pop

Geahnt haben wir es ja im Grunde. Nach gestern Abend wußten wir mit Gewißheit: 300 ist ganz großer Schrott. Der Film ist so mies, mir wurde im Kinosaal mehrmals schlecht und das nicht wegen der martialischen und gut choreographierten Schlachtszenen, sondern wegen dem Rest. Die Geschichte, die Dialoge, die Charaktere, der Erzähler, die Symbolik, alles regelrecht widerlich. Stefan hat in den Kommentaren gestern beinahe prophetische Fähigkeiten bewiesen, als er die markigen Sprüche aus dem 300-Trailer mit einem US-Army Rekrutierungsvideo verglichen hat.

Dabei fing die Vorstellung durchaus spannend an, als während des Vorspanns plötzlich ein Typ mit Nachtsichtgerät neben mir stand und den Kinosaal, bzw. das Publikum, absuchte. Ist mir noch nicht passiert, so eine Kontrollaktion der Anti-Piracy-Liga. Tatsächlich haben sie dann auch jemanden gefunden, der daraufhin lautstark und nachhaltig aufgefordert wurde, dem Sicherheitspersonal zu folgen, später allerdings wieder in den Saal kam. Aber zum Film:

300 ist wie ein beschissener Drill-Sergant, der einen 90 Minuten lang anbrüllt. Als sollte man, der Zuschauer, programmiert werden. Das war wirklich nicht schön. Ich hab nicht mitgezählt, aber es war beinahe unheimlich, wie oft von Treue, Tapferkeit, Ehre, gemeinsam marschieren, united we stand, und christlichen Werten die Rede war. Und das in einer vorchristlichen Gesellschaft wohlgemerkt. In Griechenland. Das Land, Familie und Ehefrau verbunden mit einem beinahe ekelerregenden Gehorsam auf der einen, auf der guten, Seite und auf der Anderen das Böse, das Schwache. Athen zum Beispiel, wo man sich nur damit aufhält kleinen Jungen nachzustellen, oder die Perser, hinterhältig, schwarz, exotisch, fremd und zu allem Überfluss tuntig. Alles außerhalb dieses fiktiven Spartas ist schlecht und feige. Beim Schreiben wird mir schon wieder schlecht. Der Film gibt schwarz/weiß Sichtweisen einen neuen Kontrast. Der Verräter natürlich ein Entstellter. Der König der Perser natürlich tuntig.

Ich bin normalerweise echt schmerzfrei, aber der Film hat definitv übertrieben. Und er zeigt ganz deutlich dass es ein Fehler war, einzig den Comic zu übernehmen. Was bei Sin City noch funktionierte, weil es genug an Handlung gab, geht bei 300 in die Hosen. So gibt es einige gute Bilder, die 1:1 aus dem Comic übernommen sind und die man bereits alle aus dem Trailer kennt.

Im Grunde ist es ganz einfach sich den Film selber zu basteln, im Baukastenprinzip: Historie plus Effekte plus Werte, obendrauf ein wenig Enya Folklore und Fremdenfeindlichkeit.

Ich bin gespannt was dem Film in den kommenden Wochen alles vorgeworfen wird. Er bietet Kritikern genug Angriffsfläche. Und letztendlich sollte auch Marcus Recht behalten, als wir im Abspann ein besonders böses Monster als “Überimmortal” bezeichnet sahen. Wo dieses “Über-” herkommt muss ich glaube niemandem erklären und so endete der Film auch mit einem besonders miesen Nachgeschmack.

UPDATE 10.03.2007: Hannes weist mich darauf hin, dass die New York Times auch kein gutes Haar am Film läßt und zieht hervorragende Vergleiche. Zitat: “…you can find many of the same themes, conveyed with more nuance and irony, in a Pokémon cartoon.”

UPDATE 11.03.2007: Die Diskussion über den Film wird auch beim vorhergehenden Artikel hitzig geführt.

 

26 Kommentare »

  1. Das ist wohl alles sehr spartanisch.

    Kommentar von Marcus, Februar 16, 2007

  2. was, der artikel? ich hatte kaum zeit. pardon.

    Kommentar von nico, Februar 17, 2007

  3. nein, nicht der artikel. der film. sollte ein wortspiel sein. ;-)
    ziemlich krass und ärgerlich. komisch auch, dass soetwas auf der berlinale lief.

    Kommentar von Marcus, Februar 19, 2007

  4. “Futter fürs Auge, nicht fürs Hirn.”

    Die einseitige Sichtweise kommt aus der Feder des Comic-Autors und diesen Aspekt solltest du vielleicht mal bedenken, und du solltest auch keine Bezüge zur Gegenwart herstellen oder versuchen hier irgendwie subtil deine Anti-Amerika-Flagge hoch zu halten.Der Film oder nein das Gemälde, denn diese Bezeichnung ist zutreffender – ein zum Leben erwachtes Gemälde, ist mit keinem mir bekannten Filmprojekt zu vergleichen…

    Und wenn du nicht dazu Fähig bist dich auf einen so einfach gestrickten Film einzulassen und ohne jegliche Erwartung ins Kino zu gehen dann solltest du ihn:

    1. nicht schauen
    2. nicht kritisieren.

    Kommentar von tObe, Februar 19, 2007

  5. moment mal.
    das auge alleine kann gar nicht futtern.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Sehsinn#Die_kognitive_Verarbeitung_des_visuellen_Perzepts

    und nico du bist doch gar kein comic-autor, richtig? den aspekt, comic-autor zu sein bedenke also lieber mal nicht – könnte ungesund werden. schizophrenie und so.

    ein bezug zur gegenwart ist jedem film zu eigen, allein schon weil er sich in der gegenwart realisiert. darüber hinaus bezüge zur gegenwart herzustellen, ist meiner meinung nach teil der kunst der filmkritik.

    und wenn ein film historische begebenheiten umdeutet und ideologisch überformt, dann muss man das:

    1. nicht unbedingt schauen
    2. unbedingt kritisieren.

    Kommentar von hannes, Februar 19, 2007

  6. das ist ein seltsames kunstverständnis, das du da an den tag legst, wenn du tatsächlich meinst, dass man sie, die kunst, nicht kritisieren sollte/ dürfte. da kann man jeden der einen stift halten kann, fragen: er will, dass die leute sich gedanken über sein werk machen. manche unterstellen der natur oder einer stripperin das gleiche. einfach nur hinkucken ist nicht. nie. siehe hannes’ link.
    eine anti-amerika-flagge oder so einen scheiß gibt es hier auch nicht, eine gegen right-wing idioten allerdings schon.
    den bezug zur gegenwart habe nicht ich, sondern die autoren von comic und film hergestellt, ich habe sie nur aufgezeigt und gerade dann sollte man aufschreien. im film werden historische erkenntnisse verfälscht und geändert. komischer weise werden sie dem ideal einiger rechtskonservativer angepaßt und das hat mich mißtrauisch gemacht. hätte es dich auch sollen. der film hat eine position und die ist beinahe faschistoid und er ist dabei nicht ironisch und nicht witzig, er meint diesen scheiß ernst. jedem, der das ding mag würd ich ohne zu zögern aus meinem freundeskreis streichen.
    wie gesagt, wenn dir das nicht gefällt, was ich geschrieben habe, dann lies die nächsten wochen lieber keine kinokritiken mehr.

    Kommentar von nico, Februar 19, 2007

  7. naja…. und man muss ja schließlich nicht gitarre spielen können, um zu sagen: der song geht ja gar nicht.
    will sagen: comic ist keine heilige kuh. auf die kann auch ruhig mal scharf geschossen werden von seiten nichtschaffender. führt mich nämlich zu dieser scheiss sache von wegen kränkelndes kind komik kunst… müssen wir schön hegen und pflegen (am besten im feulliton) weil ja soooooo schlecht gestellt. am falschen ende gedacht…. sorry… ich bin mal wieder zu lange wach und komme eben von einer gecrashten party… und dann das reizwort comic… nochmal…. entschuldigung.

    Kommentar von piwi, Februar 22, 2007

  8. @tObe:

    Drehbuchautor und Regisseur haben sich des Stoffes angenommen und beschlossen einen Film daraus zu machen – und sie gehen damit ins Kino. Also darf man seine Meinung dazu sagen.

    Außerdem ist jedes Buch, jeder Comic, jeder Film immer nur aus dem Kontext der Zeit heraus zu verstehen.

    Kommentar von Ich mag gutes Essen!, Februar 22, 2007

  9. Oh Mann,
    da war ich gestern in einem der wohl visuell schönsten Filme den ich je gesehen habe, fand ihn handwerklich unglaublich gut und muss sagen, mehr habe ich nicht erwartet.
    Der Film hat nie behauptet die Sage getreu nachzustellen und war von Anfang an “Frank Miller’s 300″.
    Wer also den Comic gelesen hat, wusste ganz genau, wie der Film aussehen würde.

    Wem der Comic nicht gefällt, sollte den Comic zerreissen, nicht den Film, denn dieser ist in seiner Adaption perfekt und genau deshalb, ist dies ein GUT GEMACHTER FILM.

    Die vergleiche mit der US Army hinken bedingt.
    Wenn sich die US Army stilistischer Mittel aus Filmen bedient, um den falschen Pathos des Kriegsdienstes zu verherrlichen und die Jungen Leute ihres Landes zu verblenden und zu unsäglichen Dummheiten zu verblenden, dann kann ich aber nicht verlangen, dass diese stilistischen Elemente dort wo sie hingehören, nämlich in einem Film wie 300 nicht verwendet werden.

    Es geht hier nicht um, man darf/soll nicht kritisieren oder ähnliches. Comics sind KEINE heilig Kuh, aber Kritik sollte sich professionell und recherchiert verhalten.

    Hier ist es wie in der Musik.
    300 ist ein Unterhaltungsfilm, also U Musik.

    Liesse ich einen Popgirlysternchen-Kritiker ohne Vorwarnung ein Schönberg’sches 12Ton-stück kritisieren, käme dabei wohl der Zerriss des dreihunder… pardon – Jahrhunderts raus.

    Es geht wie immer um Geschmack und den kann man nicht erlernen, oder erzwingen.

    Man kann aber fair und über der Gürtellinie bleiben und vor allen Dingen, nicht jedem amerikanischen Negativrezensenten nachplappern.

    Wenn man Kritikpunkte sucht, findet man diese in fast jedem Film.

    Die Message ist im übrigen klar: “ein freier Mann sollte für seine Sache einstehen” und quasi das Maul aufmachen. Eigentlich sollte ja damit auf die demokratische Eigenständigkeit hingewiesen werden. Dass man
    da wieder Militärpathos hineininterpretiert, liegt wohl an der Konditionierung einiger Menschen, direkt den negativsten Part einer Message zu suchen.

    Leute, das ist Kino.
    Grosses Kino, und von mir bekommt der Film schon alleine wegen des visuellen Hochgenusses mindestens 9 von 10 Punkten.

    Kommentar von Martin, April 5, 2007

  10. Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber eine kleine Anmerkung: “überimmortal” scheint mir schon treffend für dieses Ding zu sein, die Vorsilbe “über” (oder besser: “uber”, ohne Umlaut) ist gebräuchlich im Amerikanischen, gerade in Geek-Kreisen. “ubercool”, “uberfast” oder “this guy is simply uber” hört man da nicht selten.

    Und vielleicht sollte man doch erklären, woher der Begriff ursprünglich kommt, ich jedenfalls wusste es vor dem Blick in die Wikipedia nicht genau. ;)

    Kommentar von ntropie, April 5, 2007

  11. also, mit dem “über” war ich vielleicht ein wenig sensibel, aber nach dem ganzen film, der die ganze zeit auf einem schmalen grat zwischen belanglos und gefährlich kreuzt, hat dieses “über” dem ganzen die krone aufgesetzt und den kahn zum kentern gebracht.
    nietzsche hat ihn erfunden, okay. aber die rassentheoretiker des dritten reiches haben ihn mit vorliebe benutzt. da kann man, muss man nicht, sensibel sein. sollte eventuell. gerade nach so einem film.

    Kommentar von nico, April 5, 2007

  12. Oh man leute ich finde es echt lächerlich, solche Rezesionen zu schreiben zu einem Film wie 300.
    Als ich die ersten 2 Sätze gelesen hatte, von dem was Nico über den Film sagt, JA da wurde mir übel, von diesem literarischen Schrott den er an den Tag bringt.
    300 ist ein durch und durch gelungener Film.
    Liegt es nicht in unserer Natur nach Freiheit und Unabhängigkeit zu streben?
    Was ist mit solchen Filmen wie Rambo wo er ganz Afghanistan alleine befreit?
    Oder Starship Troopers?
    Leute, was mich aufregt, ist, dass ihr das wesentliche an 300 nicht erkennt.
    Er soll unterhalten und spaß machen und ich finde das tut er ab er ersten Sekunde.
    Solche Sätze wie: “This is were we hold them, this is where we fight, this is where they die!”…also ich weis ja nicht ob ihr Marienhof oder Verbotene Liebe Fans seit…aber ich find solche Sprüche in diesem Film einfach cool und es trägt zur Atmosphäre bei.
    Wer nun sagt der Film diskreminiert den Weltlichen Osten hat von tuten und blasen keine Ahnung.
    Damals war es üblich sich so in den Kampf zu begeben, Asiaten und Iraner…wie sie im Film dargestellt wurden, mit ihren Turbanen, eisernen Masken etc, so war es (teilweise) wirklich.
    Aber ich habe garkeine Lust wieder eine Diskussion vonwegen “ohh der Film ist so Rassistisch angehaucht” oder “ohh der Film ist so scheisse weil er nur durch gemetzel bestechen will” anfangen.
    Das tolle an dem Film ist die Atmosphäre, allein der Gedanke, wie sich 300 tapfere Recken gegen ein Millionenheer zur Wehr setzen, wie sie zusammenhalten, als Freunde, nein sogar als Waffenbrüder…DAS ist klasse an diesem Film.
    Ich habe jede einzelne Sekunde genossen.
    Aber noch einmal zu dem Beispiel das Leonidas mit einem Drill Sergeant verglichen wird: Schwachsinn (punkt).
    Er wird als aufopferungsvoller König dargestellt, er führt seine Krieger in den Tod aber sie sind berei tmit ihm zu gehen.
    Habt ihr das Ende des Filmes gesehen? Oder seit ihr nach 5 Minuten rausgegangen weil ihr dne Film so miserabel fandet? Nunja, wie Leonidas am Ende neben einem tödlich verwundeten Kameraden liegt und gesagt bekommt “es ist eine ehre neben dir zu sterben mein könig” und er antwortet darauf: es war mir eine ehre mit dir gelebt haben zu dürfen”…ach da sind sie wieder, die Sätze des Films, die ihn vokalularisch so Interessant machen und einem fast eine kleine Träne hervorlocken weil man einfach mit den Leuten mitfühlen kann ;)

    Der Film ist 100% gelungen, klasse Effekte, Super Schauspieler, tolle Atmosphäre.
    Wie bei Herr der Ringe regen sich im Vorfeld alle über den Film auf, vonwegen er hat keinen Tiefgang…und am Ende wird er ein Verkaufsschlager.

    Leute danke, mit eurem ständigen Gemotze spornt ihr nur noch mehr Leute an den Film zu sehen, bessere Publicity kann sich kein Produzent wünschen.

    Tonight we dine in hell ;)

    Kommentar von Raziel, April 5, 2007

  13. martin:

    1. der comic wird von mir mit kritisiert, der ist genauso flach und zeichnerisch echt alles andere als ein leckerbissen.

    2. warum kopiert die us army wohl den stil solcher filme? nicht nur, weil es handwerklich gut ist, sondern auch, weil es die richtigen leute anspricht. die zukünftigen wehrpflichtigen. würde die army nen film machen, der den gleichen look oder die gleiche aussage wie “apolcalypse now” oder “full metal jacket” hat? nein, sie nehmen welche, wo die kerle nicht denken, dankbar sind zu befehlen und es als das größte der welt auffassen neben ihrem kameraden sterben zu dürfen.

    man kann dem film nicht vorwerfen wie ein us-army spot zu sein, man muss es einem ganzen genre.

    3. stichwort comic-film schere. der film will also nur der comic sein und übernimmt ihn deshalb größtenteils. interessant ist unter diesem gesichtspunkt dann der blick auf die szenen, die dem film hinzugefügt wurden ohne dass sie im comic vorkommen. das sind fast ausschließlich die in sparta, die den korrupten, entscheidungsunfähigen, greisen rat auf der einen seite und die tapfere königin mutter, die die ideale der familie hoch hält, auf der anderen seite, zeigen.
    diese stellen entlarven den film, denn er will nicht nur wie der comic sein, er will noch viel mehr. er zeigt nicht nur tapfere männer, die für irgendwas einstehen, was sie freiheit nennen, er zeigt dank der zusätzlichen szenen, wie gut eine intakte familie ist (da hab ich jetzt nichts gegen einzuwenden, aber das gesamtbild ist ganz nett) und dass die demokratie schwach und unfähig ist uns also nichts anderes als kämpfen bleibt.
    hier wäre so viel platz für nen charakter gewesen, der ein wenig selbstironie in den film bringt, denn offensichtlich wurde entschieden das comic nicht 1:1 zu kopieren und offensichtlich gibt es eine menge leute ein film könnte ein comic sein. aber stattdessen unterstützen diese szenen rightwing-vorwürfe nur zu gut.

    4. da du die message “ein freier Mann sollte für seine Sache einstehen” also gefunden hast, kann ich dann noch hinzufügen, ein freier mann, der aus einer familie kommt, in der schwache ausgestoßen werden, mehrheitsentscheidungen nichts zählen, der spass am gemetzel hat, der kann für etwas einstehen, dass freiheit genannt wird, aber im grunde nur seinen machterhalt meint.

    5. das ist nämlich dass problem, alle, die den film mögen meinen, man soll ihn ohne interpretation genießen und dann machen sie es doch und sagen er will mir doch nur sagen wie wichtig freiheit ist, und genau das macht er nicht.

    6. wenn du einen vergleich mit u-musik beginnst, warum nimmst du als beispiel dann e-musik? damit es noch mehr hinkt?

    7. u- wie e-musik müssen sich der kritik stellen. nur um geschmack geht es vielleicht bei der farbwahl von irgendwas. aber wenn hinter irgendwas eine künstlerische tradition steht und künstlerische mittel eingesetzt werden, dann ist es auch immer politisch.

    8. ich finde den film an einigen stellen visuell großartig, z.b. die szene mit dem orakel. aber das wars dann auch schon. die tollen bilder können meinen schmerz über die aussage nicht stillen.

    raziel:

    1: ja, es liegt in unserer natur ganz alleine afghanistan zu befreien, oder ein millionenheer aufzuhalten.

    2. deine beispielsätze aus dem film unterhalten nicht, machen auch keinen spass. sie zeugen von einem hohen grad militarismus, der dir sehr zu gefallen scheint. jetzt könnte man einen punkt setzen und danach anfangen zu gruseln, ob der film vielleicht so erfolgreich ist, weil er eben so viele militaristen und nationalisten anspricht.

    Kommentar von nico, April 6, 2007

  14. Nein ich denke du hast mich nicht direkt verstanden was ich mit den beispielsätzem meinte. es geht nicht darum, dass ich ein “nationalisierter militarit” oder wie du es von mir glaubst bin.
    es geht vielmehr um das feelinf was dabei aufkommt, ein mann ein wort ;)
    mal ganz ehrlich: wenn man jeden film so genau analysiert kann man überall versteckte politische mutmaßungen finden.
    Aber wenn manche leute meinen, die perser seien tuntig dargestellt….dann lest euch das mal aus der sicht von Gerard Butler durch, der folgendes zu dieser äuerung sagte:

    “Seien wir doch ehrlich: Wer hat behauptet, dass Leonides das Richtige getan hat? Niemand. Die Spartaner sind im Grunde genauso gemein wie die Perser, wenn nicht sogar gemeiner. Schließlich wird gleich am Anfang gezeigt, wie die Spartaner ihre schwachen Babys über die Klippen werfen und die anderen mit sieben Jahren in der Wildnis aussetzen, damit sie sich gegen die unbändige Natur durchsetzen. Das war eine buchstäblich kriegerische Gesellschaft. Von den Persern wird all das nicht behauptet. Im Gegenteil: Sie treten zivilisiert auf und bieten den Spartanern an, eine friedliche Lösung zu finden”

    Und damit hat er doch vollkommen recht.

    Die Spartaner sind(ja wie die Amerikaner) ein Volk, was unabhängig sein will und Stärke beweist, indem es nicht zurückzieht- erinnert stark an die “Geschichte aus dem Iran” oder? *achtung ironie…*

    Was ich damit sagen will: wir nehmen uns Filme vor, teilen sie auf in einzelne bruchstücke und kritisieren oder belobigen sie.

    Es ist halt so, dass manche Leute (wie ich dazugehöre) den Film mögen und ihn wirklich cool finden und andere leute die ihn “hassen” und tot kritisieren weil er evtl. zu politisch ist.
    Komisch das in den meisten Filmen die schwarzen immer zuerst sterben, aber da sagt keiner das es Rassismus ist, nein ist es auch nicht, es ist einfach schwarzer humor.

    Kommentar von Raziel, April 6, 2007

  15. na das klingt doch ganz versöhnlich, könnte fast ein schlusswort sein.

    Kommentar von nico, April 6, 2007

  16. vielleicht noch zwei miller zitate aus der aktuellen vanity fair hinterher:

    “Bei mir geht es eigentlich immer um Loyalität, Freundschaft, Ehre – und um die Kehrseiten: Verrat, Verlust, Feigheit. Deshalb ist die Gewalt, die ich in meinen Comics darstelle, auch immer moralisch begründet und nie purer Selbstzweck.“

    und dann miller über seinen neuestes projekt:

    “Ich habe schon über 100 Seiten fertig. Ich nenne es ‘Holy Terror Batman’. Es zeigt den Kampf von Batman gegen Al-Quaida. Und ist meine ganz persönliche Abrechnung mit dem Welt-Terror.“

    Kommentar von nico, April 6, 2007

  17. raziel, du fragst mit gerard butler “wer behauptet [hat], das leonidas das richtige getan hat?”

    der film behauptet es. die ganze ganze ganze zeit. frag deinen mitstreiter martin, der hat die botschaft des films ja scheinbar instinktiv kapiert: “ein freier Mann sollte für seine Sache einstehen”

    das tut unser großer superheld leonidas ja schließlich auch ganz vorbildlich in jedem einzelnen frame – und der film feiert es wie es ein film nur feiern kann.

    hast DU denn den schluss des films gesehen? als die “neue” spartanische armee in den kampf zieht und sich auf die ach so heroischen 300 als vorbilder besinnt? der film lässt nicht den hauch einer kritik an dem – seien wir ehrlich – vollkommen durchgeknallten leonidas. da ist kein zweifel, keine ironie, nur kult. wie gesagt, der film feiert ihn. als größten helden ever.

    es ist immer eine gratwanderung wenn man aussagen macht, wie die die ich jetzt gleich mache. (weil man sich schnell den vorwurf einhandelt man würde eine diskussion auf arrogante art und unter verweigerung einer weiteren inhatlichen auseinandersetzung abbrechen und weil das dann gerne als eingeständnis einer “niederlage” ausgelegt wird). von ähnlichem bin ich meilenweit entfernt, aber:

    mit aussagen wie

    “wie sich 300 tapfere Recken gegen ein Millionenheer zur Wehr setzen, wie sie zusammenhalten, als Freunde, nein sogar [sic!] als Waffenbrüder…” (by martin)

    und

    “Komisch das in den meisten Filmen die schwarzen immer zuerst sterben, aber da sagt keiner das es Rassismus ist, nein ist es auch nicht, es ist einfach schwarzer humor.” (by raziel)

    mit solchen untragbaren, ja widerlichen aussagen diskreditiert und disqualifiziert ihr euch auf maximale weise selbst.

    das muss einfach auch mal gesagt werden.

    Kommentar von hannes, April 6, 2007

  18. @nico: ‘8. ich finde den film an einigen stellen visuell großartig, z.b. die szene mit dem orakel. aber das wars dann auch schon. die tollen bilder können meinen schmerz über die aussage nicht stillen.’

    Was hast Du denn für eine tiefschürfende Aussage erwartet? Von einer Comic-Verfilmung? Historische Tatsachenberichte nett animiert und realistisch dargestellte Protagonisten auf Basis von ordentlich recherchierten Fakten aus dem Geschichtsbuch? Dann wäre sicherlich eine zum Thema passende Terra-X-Folge auf Phoenix die bessere Wahl für Dich gewesen als der Gang ins Kino…

    Kommentar von CoffeeBEAN, April 7, 2007

  19. nichts tiefschürfendes, aber ein wenig mehr sinn für selbstironie hätte schon gereicht.

    Kommentar von nico, April 7, 2007

  20. Hi,
    ich habe den Film 300 gestern gesehen. Kein Wunder, wenn ich den Film 300 ein absoluter Schrott finde, denn ich ein “Perser” bin! Ich meine, der Film hat mich an heutiger politischen Lage erinnert, dass der US Kongress nicht dem US President erlaubt, mehr Soldaten nach… zu schicken! Ist das ein Zufall? Und noch was, historisch gesehen war – fast- alles Falsch und “komisch”: Xrex und alle seine Väter hatten eine langen Bart und lange Haare. Das Lange Haar war für sie- haben wir in der Grundschule gelernt- irgendwie Heilig! Der König in Film und auch die andere Perser sahen wie afro amerikanische Basketball-Spieler in NBA aus! Und noch dazu , dieses patriotisches Gelaber, “wir gemeinsam…”, “für unser Land”, “für unsere Liebe..”

    Statt 6€ auszugeben hätte ich ein sparMenü bei Mc donnald’s nehmem sollen: Es ist auch amerikanisch, schmeckt mir aber zumindest!
    Gruß

    Kommentar von Nozar, April 7, 2007

  21. na wenn das nicht alle ironie, die dem film fehlte auf einen haufen ist.

    eine letzte empfehlung (hoffentlich): die umfassende kritik zu 300 beim agitpopblog
    http://agitpopblog.org/index.php/?p=346

    Kommentar von nico, April 8, 2007

  22. Hallo Nico,

    ich habe mal meine Meinung, nachdem ich den Film nun endlich gesehen habe, auf meiner Seite runter geschrieben. Denke, dies könnte Dich interessieren…

    Gruß, marcus

    Kommentar von kleinski, April 10, 2007

  23. nein, hast du nicht. du verlinkst nur auf ein paar artikel von a-bloggern und dem vom agitpopblog, an dem man wirklich nicht vorbei kommt.

    Kommentar von nico, April 10, 2007

  24. Hm, ich hätte dazu schreiben sollen, dass ich Bezug auf Deinen Kommentar nahm und ebenfalls kommentierte. Und ja, 300 + 2 ist eine kurze Statusaufnahme. Dass dort A-Blogger-Artikel verlinkt sind, hat damit zu tun, was ich lese.

    Btw: Den Link auf meinen Comment hatte ich auch bereits im letzten Artikel – scheint Dir durchgegangen zu sein.

    Kommentar von kleinski, April 11, 2007

  25. Hallo,

    mal zu der ganzen Kritik zu diesem Film (und nicht nur dieser hier im ersten Beitrag), was haben sich der Regisseur und der Produzent nur dabei gedacht??? Als Amerikaner in der heutigen Zeit, die Perser, das sind doch ganz klar die Iraner…is nicht war, tatsächlich, historisch gesehen nicht zu widerlegen, nur dass der Perser von Früher mit dem Iraner von heute aber auch Nichts gemeinsam hat.
    Und dann immer wieder diese Nazi-Vergleiche, von wegen Körperkult, Riefenstahl etc. und bessere Rasse herstellen. Wie wäre es denn mal mit ein wenig historischen Grundkenntnissen? Ich denke nicht, dass die Nazis bei den Spartanern bekannt waren, alles andere aber schon.
    Und zu dem Drill-Seargent-Vorwurf: Nein, so ein Mist, jetzt gab es tatsächlich eine Kultur weit vor den Amis (gemerkt, ich habe die Amerikaner sehr nahe an den Begriff “Kultur” gebracht), die einen derartigen Drill an den Tag legten (ebenfalls historisch nachgewiesen).
    Aber der Horizont scheint bei einigen so klein, dass sie das nicht glauben können, er reicht vielleicht einmal 50 Jahre in die Vergangenheit, demzurfolge wird natürlich alles in die in diesem Horizont befindlichen Schubladen gesteckt. Das führt dann insgesamt in meinen Augen zu einer seltsamen Filmbeschreibung:

    Die Amerikaner bilden die Nazis für den Kampf gegen den muslimischen Iran aus….

    Es ist und bleibt zwar eine Comic-Adaption, die sich was den historischen Hintergrund betrifft sicherlich ihre Freiheiten nimmt (so regt sich interessanterweise niemand darüber auf, dass es gar nicht nur 300 Kämpfer sondern weit über 4000 waren), trotzdem ist der historische Hintergrund (relativ) gut recharchiert…im Gegensatz zu den Kritikern, die wie hier auch einfach mal ihre Schubladen öffnen und Vergleiche ziehen, die für einen normalen Menschen in keiner Weise nachzuvollziehen sind.
    Insofern erinnere ich an Dieter Nuhr: “Wenn man mal keine Ahnung hat…”
    In diesem Sinne,

    Kommentar von Arnd, August 26, 2007

  26. nochmal: steht alles bereits in diesem und im anderen artikel und wenn du in so einer diskussion mit nem dieter nuhr zitat endest, dann ist damit schon alles gesagt.
    nur noch soviel: in mehrere überlieferten reden der ss-führung gibt es belegbare zitate, die die ss konkret als nachfolger der tapferen 300 spartaner stellen.
    und dann erinnere ich gerne auch nochmal an das nuhr zitat.

    Kommentar von nico, August 26, 2007

RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel.

Einen Kommentar hinterlassen

Powered by WordPress